Offenstall-Betrieb Krauss, erfolgreich mit Spotmix

Familienbetrieb Kraus in Nussbach (Kremstal): Mit NatureLine Tierwohl Maststall und einem Vermarktungspartner an der Hand eine Zukunftsperspektive für die Schweinmast gefunden.

Hans Peter Kraus, ein junger Schweinemäster aus dem Kremstal hat mit dem Neubau für 800 Tierwohl-Mastplätze im Jahr 2018 für seine Zukunft die Weichen gestellt.

Der verhältnismäßig gut mit 130 ha LN ausgestattete elterliche Ackerbau und Schweinemastbetrieb mit 550 Mastplätzen sollte schon 2014 um einen 1000er Maststall erweitert werden. Die schlechten Marktbedingungen haben das Projekt verschoben, bis 2017/18 mit dem Fairhof-Programm von Hütthaler und dem Stallkonzept NatureLine von Schauer ein zukunftsfähiges Konzept für die Weiterentwicklung der Schweinemast gereift war. Mit dem Neubau wurde auch eine Betriebsteilung vollzogen. Aufgrund der mittlerweile 30-jährigen guten Zusammenarbeit des Betriebes mit Schauer, schenkte auch Hans Peter Kraus Schauer Agrotronic das Vertrauen, mit einem – auch biotauglichen - Tierwohl-Maststallkonzept und dafür bestverfügbarer Technik, den Stall zu bauen.

Casestudy: Kraus 2020 - hier herunterladen

Der NatureLine Tierwohlmaststall wird mit den Rahmenbedingungen des Fairhof Programms von Hütthaler’s Hofkultur betrieben. Das bedeutet, dass die Schweine getrennte Funktionsbereiche zum Liegen, Fressen und Misten mit insgesamt 1,4 m2 Fläche zur Verfügung haben. Zusätzlich ist die Kastration nur unter Schmerzausschaltung und die Ringelschwanzproduktion vorgeschrieben. Grundsätzlich wäre das Stallkonzept mit geringerer Belegdichte auch biotauglich. Das war für Hans Peter besonders wichtig, um sich für die Zukunft mit der Investition in den Maststall nichts zu verbauen, auch wenn im Moment die Bioumstellung nicht am Plan steht.

Der Stall wurde aus 2 einreihigen Stallgebäuden mit einem Technik-Verbindungstrakt ausgeführt. Dadurch sind die Ausläufe windgeschützt nach Osten ausgerichtet. Da der Stall in den Hang gebaut wurde, konnten dadurch auch aufwendige Erdarbeiten vermieden werden. Schon mitgeplant, aber noch nicht gleich zu Beginn eingebaut, waren eine Zuluftkühlung und ein automatisches Einstreusystem für den Liegebereich.

Die Spotmix Multiphasen Fütterung und die Spotmix Welfare sind das technische Herzstück des Tierwohlmaststalls.

Der Betrieb Kraus hatte schon mehr als 10-jährige gute Erfahrung mit der Spotmix Multiphasenfütterung im alten Maststall. So war es ein logischer Schritt, auch den neuen Stall mit dieser Fütterung auszustatten. Die Futterportionen werden trocken verteilt und über Futterautomaten angeboten. Da der Stall kontinuierlich eingestallt wird, ist es besonders wichtig, alle Schweine ihrem Alter entsprechend mit eiweißangepassten Rezepturen zu versorgen, um Futterkosten und Ammoniakemissionen zu reduzieren.

Aufgrund einer neuen Zusatzfunktion der Spotmixanlage der „Spotmix Welfare“ ist es auch möglich, automatisch kurz gehäckseltes Stroh zu verteilen. Das wurde schon von Anfang an eingeplant, und nachdem der Stall ein Jahr in Betrieb war, auch nachgerüstet. Mit der Strohmatic Anlage, kann nun der Strohbedarf für eine Woche mittels 2 Rundballen vorgelagert, automatisch gehäckselt und entstaubt werden. Mit der Spotmix Welfare wird das kurz gehäckselte Stroh 2 Mal täglich zu je 50 g Stroh in den Buchten im Liegebereich verteilt. Wenn Buchten nach dem Ausstallen bis zum Wiedereinstallen leer stellen, wird die Strohverteilung in diesen Buchten ausgeschaltet. Auch die Menge kann flexibel über die Dosierzeit individuell eingestellt werden. Die Arbeitseinsparung dadurch beträgt eine Stunde täglich, worüber Hans Peter Kraus sehr froh ist. Zusätzlich hat er seither festgestellt, dass die Buchten wesentlich sauberer gehalten werden und sich auch die Gesundheit der Schweine aufgrund der deutlich verminderten Staubbelastung verbessert hat.

Der gekühlte Liegebereich ist ein Muss für den Tierwohlstall!

Ebenso wurde der schon voreingeplante Zuluftschlauch mit der Coolpad Zuluftkühlung nachgerüstet. Hans Peter Kraus hat für die Betonspaltenvariante für den teilperforierten Außenbereich entschieden. Diese werden von den Schweinen gerne angenommen, haben aber speziell im Sommer den Nachteil, dass die Schweine diese Fläche auch als bevorzugte Liegefläche nützen, wenn der Liegebereich innen zu warm ist. Die gekühlte Zuluft über dem Liegebereich sorgt dafür, dass dieser von den Schweinen auch als solcher genützt wird und nun sehr sauber gehalten wird. Einige Buchten wurden außen auch versuchsweise mit anderen Spaltensystemen ausgestattet. Diese sind Gussroste, Dreikanntroste und Kunststoffroste. Hans Peter Kraus hat für sich von jedem System Vor- und Nachteile festgestellt, würde sich aber aus Kostengründen wieder für die gewählte Variante mit Betonspalten entscheiden, auch wenn diese doch einen deutlich schlechteren Kotdurchtritt aufweisen. Da die Betonspalten erhöht mit darunterliegendem Schrapperkanal mit Kot- und Harntrennung eingebaut wurden, kann der Kot einfach und mit geringer Arbeitsbelastung in den Kanal befördert werden.

Als weitere Besonderheit des Stalles sind zwei eingebaute „Versicherungen“, um die sichere und arbeitssparende Funktionalität zu gewährleisten.

Zum einen wurde der Liegebereich mit Heizschlangen ausgelegt, um im Winter heizen und im Sommer kühlen zu können, was aber bisher noch nicht genutzt wurde. Zum anderen entschied sich der Landwirt, auch im Innenbereich einen schmalen Schrapperkanal mit Lochboden einzubauen. „Wie sich jetzt zeigte, hätte ich mir diese „Versicherung“ sparen können“, resümierte Hans Peter Kraus.

Der NatureLine Tierwohlmaststall funktioniert mit bester Zufriedenheit von Hans Peter Kraus Die Ergebnisse und Leistungen aufgrund der Abrechnung für das Jahr 2019 können sich sehen lassen. Es wurden Tageszunahmen von durchschnittlich 870 g, mit einem Magerfleischanteil von 60,1 und einer Futterverwertung von 1:2,74 erreicht. Was Hans Peter Kraus am meisten freut, ist die Tatsache, dass auch die Ringelschwänze keine Probleme machen. Vielleicht wurde dazu schon beim Versuchsstall der VetMed in Wien, woher er die Ferkel bezieht, der Grundstein gelegt. Jedenfalls tut das NatureLine Stallkonzept mit viel Platz, Funktionstrennung und ausreichend frischem Stroh das Seine dazu bei, um eine möglichst stressfreie Haltung für die Schweine zu gewährleisten. „Die Schweine sind sehr ruhig und springen nicht auf wenn Besucher den Stall betreten“, sagt Hans Peter, Der mit Windschutznetzen geschützte Auslaufbereich hilft Zugluft zu vermeiden. So fühlen sich die Schweine rundherum wohl. Das zeigt sich wieder positiv in den guten Leistungen.

Wir wünschen Hans Peter Kraus weiterhin viel Erfolg mit seinem NatureLine Tierwohlmaststall und seiner Schauer Stalltechnik.

 

Natu­re­Line 
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